Kanal-Tour

Kanal-Tour

19. April 2019 0 Von mudanz

Die zweite Radtour mit Kumpel Peter führte uns aus dem Oldenburger Land ins Ruhrgebiet. Rein in den Zug, von GE Hbf. über Osnabrück Richtung Oldenburg. In Neuenkirchen (Obl.) musste der Zug wegen „Person im Gleisbett“ halten. Dort stiegen wir dann aus und los ging es. Da Peter noch die ewige Jugend quält, hat er natürlich kein altengerechtes Pedelc wie meins, so dass wir uns dann wegen der Hügellandschaft, die insbes. in Osnabrücker Land wartet (Teutoburger Wald), für die Route an den Kanälen entschieden. Der erste Rad-Tag startet damit so gegen 13.30 Uhr, über Damme ging es südwärts zum Mittellandkanal.

Zum ersten Mal hautnah durch Torf-Gebiete

Am Mittellandkanal fuhren wir bei sonnigem Wetter bis Bramsche und versuchten von dort eine Unterkunft für die erste Nacht zu organisieren. Wegen der Osterferien zeigte sich das dann doch eher schwierig, die auf unserem Weg liegenden Häuser mit preisgünstigem Angebot waren ausgebucht, so dass wir uns dann in die Hände des Touristbüros Münsterland begaben. Und die hatten was Passendes nur noch in Ibbenbüren, Hotel Brüggen. Das Hotel war ganz gut, die Preise hatten sich in den letzten Jahren (bevor wir ohne unsere eigene FeWo bezogen haben) doch schon recht ansehnlich nach oben entwickelt; und der Weg war auch nach oben, nämlich über den Scharfberg von 60 auf über 160 Höhenmeter, zu bewältigen. Aber dazu passte dann die gut besuchte Theke, an der wir uns von den Strapazen erholen konnten. Tages-Km ca. 75

Der zweite Tag führte uns über das „Nasse Dreieck“ vom Mittelland- zum Dortmund-Ems-Kanal (DEK), wieder bei bestem Wetter mit Sonne und blauem Himmel. Und vor allen Dingen keine Berge, denn die Kanäle laufen ja immer schön im Lot. Dafür gibt es dort leider keine Gastronomie wie an Rhein oder Mosel. Deshalb mussten wir an dem Autohof Ladbergen beim dortigen Truck-Stop die Mittagspause einlegen.

Die Suche nach einer weiteren Übernachtung südlich von Münster gestaltete sich wieder etwas schwierig, so dass wir wieder die Profis vom Touristenbüro in Anspruch genommen haben. Dieses Mal lag das Hotel („Hiltruper Hof“) auf unserem Weg ins Ruhrrevier. Ca. 75 km waren es auch heute wieder, aber dafür hatten wir ja auch etwas mehr Zeit. Nach einer ersten Erfrischung, draußen auf der Bank in der Abendsonne, ging es in eine urige Münsterländer Kneipe, in der wir einen tollen Abend verbringen konnten.

Tag 3: Wo ist die Sonne?

Die letzten überschlägigen 70 km nach Hause legten wir an mehreren Kanälen zurück. Je mehr man sich dem Revier nähert, desto mehr Kanäle kommen von rechts uns links herein. Zunächst mal geht bei Olfen der Wesel-Datteln-Kanal Richtung Westen ab, kurze Zeit später, Höhe Dorsten, zweigt der Datteln-Hamm-Kanal nach Osten. Wir fuhren auf der falschen Seite, eine Überquerung gab es an diesem Abzweig nicht, so dass wir mal ein bisken Richtung Hamm radeln mussten. Eine Brücke war in Sichtweite, allerdings keine Auffahrt und auch keine Abfahrt. Mithilfe anderer Radler und mit IT-Unterstützung von Google und Komot, gelang uns ein Weg, der wieder Richtung Heimat führte. Auch hier gab es wieder Sperren und Umleitungen, aber irgendwie, sogar mit Rad unter dem Arm, blieben wir „auf Spur“.

ein Betriebsweg an der Kanalbrücke – wenig komfortabel

Und mit vielen Baustellen auf dem Heimweg, insbes. am Rhein-Herne-Kanal, ging die Tour dann über unseren letzten Kanal, allerdings wegen der Umleitungen schon eher über den Emscher-Radweg. In Recklinghausen hatte Peter dann den Kanal voll, und er verabschiedete sich von der Kanal-Tour. Wir stürtzten uns mit den Rädern in den Berufsvekehr der Metropole und kämpften uns auf direktem (Straßen-) Weg durch Herne, Wanne und Eickel nach Bulmke Hüllen. Ich stellte mein Rad bei km 80 ab, und insgesamt hatten wir in den drei Tagen so um die 220 km gefahren, geplant waren eigentlich 180. Nun ja, das mit dem Plan ist halt immer mit Risiken behaftet …

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