Diskussionen rund um unsere Gesellschaft

Diskussionen rund um unsere Gesellschaft

13. Januar 2020 0 Von mudanz

Bemerkenswertes von Omma und Oppa aus der Welt und aus Deutschland rund um gesellschafts-politische Themen.

Leider sind derzeit (Ende 2019) richtige Diskussionen zur Klima-Entwicklung nicht mehr wirklich möglich. Die Standpunkte von pro und contra sind betoniert. Politik (mit dem exorbitanten Wunsch nach Machterhaltung) und Wirtschaft (mit der Maxime nach mehr Profit und ständigem Wachstum) sind überwiegend in Lippenbekenntnissen unterwegs.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema erfordert zudem eine umfangreiche Recherche oder eine entsprechende Zusammenfassung, die dann immer noch den Leseabend sprengen würde. Ein „Weiter-So“ ist allerdings wesentlich einfacher zu argumentieren, wie man es bei AfD u. ä. Publikationen kurz & knapp nachlesen kann. Das spiegelt auch die menschliche Seele wieder: die einen („zivilisierte Welt“) wollen kein zurück und kein Weniger, die anderen („aufstrebende Welt“) wollen nicht innehalten oder auf teurere, kompliziertere Technologien umschwenken. Sie hoffen halt auf die bald kommende Klimatechnologie, die uns die ganzen Sorgen rund um das Thema abnimmt (so zB die FDP; s. dazu auch Kommentar von Sascha Lobo im Spiegel).

Wir werden ab sofort diese neue Kategorie „Unsere Umwelt“ mit den entsprechenden Argumenten füttern. Wir werden unsere Meinung hier vehement vertreten und insbes. den Knallgeistern und Wirrköpfen entgegentreten. Die Zeit ist reif, umzudenken. Die Vorwürfe an uns in solchem „Entgegentreten“ sind vielfältig, von „Ihr Fahrt auch mit dem Auto“ über „Euer WoMo verbraucht auch viel Diesel“ bis hin zu „Ist halt so und nicht zu ändern“. Das werden wir an der einen oder anderen Stelle noch entsprechend aufarbeiten.

Es folgen unsere Statements zu den drängenden Themen unserer Zeit, inzwischen auch immer mehr zu Neo-Nazis, die die Geschichte mit einer ganz besonders rosa-braunen Färbung betrachten (wenn sie überhaupt wissen, was „Geschichte“ bedeutet). Die Diskussionen darüber sind in letzter Zeit leider nur noch mit ganz wenig interessierten Leuten möglich. Die meisten wollen davon nichts hören. Schade um diese Gesellschaft und um diese Welt. Ab hier erfolgen die Wahnsinns-Nachrichten, die neuesten immer zuerst:

21. März 2020 – Corona dramatisch

Bestätigte Infektionen: 303.180; Aktuell Infizierte: 198.554; Tote: 12.950; Genesene Patienten: 91.676 – Stand: 21.03.2020, 22:30

In Bergmo werden die Toten mit Armee-Lkw abtransportiert, viele Kranke können dort nicht mehr ordentlich versorgt werden. Wir stehen in Deutschland verm. kurz davor. Wenn alle mitmachen würden, könnte sich die Situation entspannen, unser Gesundheitssystem (eh schon am Ende) könnte das vielleicht verpacken. Aber unsere Vollpfosten machen weiter Party, egal wo, egal wie, Hauptsache Party. „Studenten, die Corona-Partys feiern, als gäbe es kein Morgen“. Chef, gib mir die Bouzuka, ich werde das regeln. So denken vermutlich die meisten, weil die Mehrheit hält sich dran. Und es gibt so unendlich viele tolle Geschichten, die diesem Unheil entspringen. Man kann sie gar nicht alle aufzählen oder behalten, aber viele gehen „viral“ und sind sicher in den Medien zu finden (ich denke dann immer an die bewegten und bewegenden Bilder mit kreativen und pragmatischen Hilfen aus den Zeiten des Kriegs (komisch, wie komme ich da drauf?)

Online über’s Netz kam wegen der Corona-Krise die Predigt zum Wochenende, von meinem Lieblingspfarrer Frank D. gesteuert. Hier ein ganz kurzer Ausschnitt:

Vieles in unserem Alltag
nehmen wir gar nicht mehr richtig wahr, es
ist selbstverständlich geworden. Erst, wenn es
nicht mehr da ist, bemerken wir es wieder.

Tja, so kann man die Zeit heute beschreiben. Kinder freuen sich auf die viele Zeit mit ihrem Papa, mit ihrer Mama – und das ganz anders als im Urlaub – da hat man ja tägliche Highlights zu bewältigen.

Wir haben heute zum Frühstück über Whatsapp ein Filmchen der Rosen-Family erhalten, mit schönen Grüßen und lächelnden Kindern (nunja, bei Sophie denke ich, noch zu früh zum Lachen). Wir waren dann spazieren, alleine im Krupp-Wald und haben ein Filmchen zurück geschickt.

Um den Blog über unsere Gesellschaft hier nicht mit unseren Corona-Erlebnissen zu überdecken, gibt’s ab sofort ein gesondertes Corona-Tagebuch.

10. März 2020

Die Lage spitzt sich zu. Ganze Länder befinden sich im Ausnahmezustand. China, Italien, Südkorea und Iran – wegen CoronaVirus. Türkei, Griechenland, Europa – wegen aufhitzender Flüchtlingskrise. Kein Land heute wegen Klimawandel.

Nachdem die Türkei Syrien überfallen hat, drängen Hunderttausende Zivilisten aus dem Grenzgebiet heraus. Auf der einen Seite Bombenhagel der Türkei, von der anderen Seie Bomben der Assad-Truppen mit Unterstützung von Putin. Erdogahn öffnet die Grenze, heizt die Flüchtlinge auf „Ab nach Europa“, fährt sie gar mit Bussen ins Grenzgebiet zu Griechenland.

In den betroffenen Regionen vegetieren Hundertausende Menschen (!) unter schlimmsten Bedingungen, unterstützt durch nur noch wenige freiwillige, internationale Hilfsorganisationen. Die Situation in der Winterzeit ist katastrophal und menschenrechtsverachtend. Die einzelnen Staaten agieren komplett hilflos und abweisend. Tränengas und Geschosse statt Brot und Hygiene.

In Deutschland (Stand heute 3 Tote durch Corona, 1.200 Infizierte) streiten sich die Eliten aus Politik und Finanzwelt darüber, ob Fußballspiele mit zig Tausend Besuchern auf engstem Raum abgesagt werden sollten. Ich frage mich: Was ist so wichtig an diesem Fußball, dass sich die Nation daran zerteilt?

Und mantrahaft von den Konservativen: Die Flüchtlingskrise von 2015 darf sich nicht wiederholen! Ich denke: sie ist schon da, nur noch nicht hier. Ich frage, insbes. die Konservativen: Was habt Ihr in den letzten 5 Jahren gemacht, damit sie sich nicht wiederholt???? Es gibt nur eine Antwort: Auf Erdowahn gesetzt – mit Milliarden von Euros! Dafür zahlen wir zusätzlich noch Unsummen an diese Politiker-Kaste?

Sebastian Pufpaff, gerade in seinem Programm „Wir nach“:

In Spanien fällt vor kurzem ein 2 Jahre altes Kind in einen Schacht und stirbt dort – elendig! Die 12 Tage der Rettungsversuche waren ein journalistisches Highlight – man fühlte sich mittendrin in dem Wahnwitz der Rettungsversuche – hautnah! In der gleichen Zeit sind im Mittelmeer 14 Zweijährige ertrunken – ohne jede Reaktion …

5. März 2020

14 Tage nach dem mörderischen Ausländeranschlag (9 Besucher an 2 Shisha-Bars erschossen) gab es (mal wieder?) eine Grundsatzdebatte im Bundestag, einen Tag zuvor eine offizielle Gedenkfeier am Ort des Geschehens mit Bundespräsident und -kanzlerin. Markige Worte, denen, so die einhellige Meinung aller in Hanau, endlich mal Taten folgen sollten. Die erste greifbare Maßnahme wurde heute beschlossen: Keine Ausländer aus den Sümpfen des total überforderten Griechenland und den Internierungslagern der türkischen Regierung unter Führung des Herrn E. holen. So gibt es wenigsten keine weiteren Hasstiraden …

Armes Deutschland, in dem der Koalitionsvertrag mehr Wert hat als eine Menschenrecht. Auch hier hatten die Grundgesetzväter eine weise Sicht: Asylrecht ist Verfassungsrecht, die Koalitionsabsprachen nicht – weil der Abgeordnete eigentlich frei und ohne Abhängigkeit ist. Schöne Theorie, unsere Verfassung …

Dieser Fußballer hat nicht zu viele Kopfbälle gespielt – er spürt das trotz des Kampfes in jedem Stadion – Fußballfans sind so eifrig, wenn’s um Minderheiten geht.

Heinz-Rudolf Kunze „möchte Amok laufen“ (WAZ v. 12.02.2020)

Frage WAZ: Haben Sie Verständnis für den Zorn der sog. Wutbürger?

H-R. K.: Bis zu einem gewissen Grad ja. (…) Als junger Mensch habe ich gedacht, ich werde eigentlich ganz gut regiert von den Politikern in unserem Land, die sind ja klüger und weiser als ich. Inzwischen habe ich aber das Gefühl, die haben überhaupt keine Ahnung. Stimmt, habe ich mir sofort gedacht …

Frage WAZ: Viele Menschen glauben, es gäbe geheime Organisationen, die Einfluss auf die Politik nehmen. Was machen Lügen und Fake News aus unserer Gesellschaft?

H-R. K.: Diese Organisationen gibt es, sie heißen zB BMW und haben bestimmt geheime Abteilungen (lachen). (…) Obwohl wir in einer Zeit leben, in der man theoretisch alles wissen könnte, wird auf eine so raffinierte Weise Wahrheit vor uns verborgen, dass wir da gar nicht mehr durchblicken. Eigentlich weiß keiner mehr, was wahr ist. Wir leben in einem digitalen Mittelalter.

Frage WAZ: Das Lied „Pervers“ zeugt von engstirnigen Leuten, die Fantasie, Offenheit und Eigensinnigkeit als pervers und krank und degenrativ bezeichnen. Und das im Jahr 2020?

H-R. K.: Was soll ich dazu sagen? Jimi Hendrix ist tot – Andrea Berg lebt. Wir sind kulturell nicht unbedingt weiter gekommen. (…) Das hat auch was mit Bildung zu tun. Heute hat man Leute, die vor dem Abitur noch nicht richtig lesen und schreiben können. Was will man da an Aufbruch und geistiger Freiheit erwarten?

Guter Mann. Danke für die klaren Worte!

Mein Lieblings-Schauspieler Armin Rohde auf Twitter am 12.02.2020:

Höcke und Co. – Braun, gefährlich, strafbar – sehr umfassender Kommentar der SZ! Danke.

Passend dazu „Die AfD ist eine Gefahr für das Land“ in der „Zeit„.

Daraus wieder die Unzulänglichkeiten unserer Justiz, die den braunen Dreck wohl erst ermöglicht. WARUM?

Twitter v. 11.02.2020:

In Anspielung auf die Vorgänge zur Wahl der Landesregierung mit Unterstützung der AfD, deren alter Herr Gauland gleichzeitig die Unterstützung von Ramelow fordert, damit dieser verhindert wird:

Tagesspiegel v. 10.2.2020:

Aus der Kategorie: Recht und Gerechtigkeit sind nicht immer das Gleiche. Am 20. September 2019 wurde die Radfahrerin Susanne Hannig in der Wiltbergstraße in Buch von einem Autofahrer angefahren. Tempo-30-Zone. Die 37 Jährige war morgens mit dem Lastenrad unterwegs, ihre drei Kinder vorne drin. Der Wagen rammte die vier von hinten – auf schnurgerader Straße. Die Zwillingsschwestern, 7, und ihr kleiner Bruder, 5, kamen mit einem Schock und Kratzern davon. Hannig stürzte auf Rücken und Hinterkopf. Sie brach sich die Wirbelsäule, musste operiert werden. Ihr Helm verhinderte Schlimmeres. Hannig erstattete Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung. 

Und hier meine Einschätzung zum Stand einer Gesellschaft und zur (Un)Kultur ihrer Justiz: Die Wurzel allen Übels – denn …

Am Wochenende kam ein Brief des Staatsanwalts: Zahlt der Fahrer 200 Euro an die Justiz, wird das Verfahren eingestellt. Der Unfallverursacher sei „durch das bisherige Verfahren für die Zukunft hinreichend gewarnt.” Hannig sagt dem Checkpoint: „Dieses Schreiben ist ein Schlag ins Gesicht.” Der Fahrer habe sich bis heute nicht bei ihr gemeldet, um um Entschuldigung zu bitten. In dem Brief der Staatsanwaltschaft stimmen nicht einmal Datum und Adresse der Frau.

Dieses Knallerbeispiel gehört auf jeden Fall hierhin:

Zum Thema „Auto“ und damit verbunden „Individualverkehr“ ist unsere Meinung bekannt; auch in der Zeit mit Familie gab es bei uns nur einen Pkw. Es muss weniger geben und es kann weniger geben. Dass überall klimafreundlich gehandelt werden soll, aber der Individualverkehr ständig seine Klimaschädlichkeit von Jahr zu Jahr steigert, kann nicht der Schluss der Weisheit sein. Zumindest in Holland und in einigen ganz wenigen deutschen Städten sehen wir, wie es geht. Bochum gehört nicht dazu! S. neue Brücke Wittener Straße über den Sheffield-Ring: kein Radweg.

Nix machen ist alternativlos!

In kurzen Abständen werden wir diese Themen immer mal wieder, sicher aufgrund aktueller Vorkommnisse, aufgreifen und an dieser Stelle behandeln. Hier mal einige Beispiele, die uns schon auf den Fingern brennen:

Da steht Anfang 2020 ein Mitcamper neben mir in der Bäckerei. Ich bin, weil Freizeit am Meer, dorthin gelaufen (ca. 800 m?). Mein Nachbar an der Theke ist mit seinem Auto dorthin gefahren. Nachdem er seine Brötchen bezahlt hat, bekommt er seinen Bon (neue Ausgabepflicht 2020) und meckert, dass jetzt noch mehr Bäume dran glauben müssen. Genial, oder?

Im Seebad Neuharlingersiel mit 1.000 Einwohnern (wir waren Anf. 2020 dort) haben wir jeden Tag Mitarbeiter der Kurverwaltung gesehen, die in den Straßen und an den Deichen aufgeräumt, sauber gemacht, instandgesetzt haben. Entsprechend sauber das öffentliche Erscheinungsbild. In Wattenscheid angekommen fällt der Dreck auf Straßen und Plätzen sofort ins Auge, sogar Rückstände der Silvesterknallerei sind Mitte Januar noch nicht überall beseitigt. Wie wär’s, wenn der OB oder seine Adjudanten einfach mal überprüfen, wie gründlich die Arbeiten ausgeführt werden, die mit Millionen Euro der Bürger bezahlt werden? Das macht jeder Privatmann auch, bevor er die Rechnung begleicht. OK, wir haben das schon mehrfach unseren OB Eiskirch gefragt. Falls eine Antowort kam, lautete die regelmäßig: dafür haben wir kein Personal. Naja, so einfach ist es halt …

Bei uns im Park (Ehrenmal) werden mal wieder zig Jahre alte Bäume abgeholzt. Der Park steht unter Denkmalschutz und darf deshalb nicht bebaut oder sonstwie verändert werden. Eine Nachfrage, warum die Bäume weg müssen, kann die Mitarbeiterin des Umwelt- und Grünflächenamtes nicht beantworten. Auf unser Drängen, dass in Anbetracht der Klimadiskussionen doch nicht so mit den Anliegen der Bürger umgegangen werden kann, wird sie nach einer Antwort suchen. 30 Minuten später der Rückruf von ihrem Chef. Genaues weiß er auch nicht, aber es wird sich wohl um kranke Bäume handeln. Dazu wurde auch ein externer Sachverständiger beauftragt. Unsere Entgegnung, dass bereits bei Ela (2014) die kranken alle umgefallen seien, konnte er nicht beangtworten. Genaue Pläne zu den Bäumen? Ja, die sollte doch ein Grünflächenamt haben, oder? Nein, die liegen beim Stadtumbaubüro in unserer Nachbarschaft. Dort die Auskunft: diese Pläne gibt es hier nicht, es werden wohl die richtigen Bäume gefällt werden, warum sollten gesunde alte Bäume denn wohl gefällt werden, gute Frau? So schwindet der Glaube an das Gute …

In diesem Zusamenhang mussten wir auch erfahren, dass am Ehrenmalpark weitere Parkplätze für die Schüler eingerichtet werden. Und am Märkischen Gymnasium wurden deshalb auch die Parkgebühren für die Schüler gestrichen. Hallo?!? Fridays for Future? Wo seid Ihr an dieser Stelle? Wo man sich zB in Essen darüber unterhalten muss (so das Oberverwaltungsgericht), den Pkw-Verkehr unattraktiver zu gestalten, um dem Problem mit dem Individualverkehr Herr zu werden, werden in Bochum die Heranwachsenden mit „Frei Parken“ auf „eigenen Pakrkflächen“ verwöhnt. Irgendwas läuft „da oben“ falsch oder unsere altersentsprechenden Gehirnleistungen bringens nicht mehr! Wann sollen die jungen Menschen (mit Elterntaxi täglich zur KiTa und Schule chauffiert) denn die Bewegungsabläufe in den unteren Gliedmaßen erlernen? Man fasst es nicht …